Schneeläuferin (snow runner), 2021

All photos @Museum Ostwall, 2022

Title:
Schneeläuferin (snow runner)

Year:
2021

Material:
100% Wool, Cotton base, Latex back

EN
What is a gender data gap? A gender data gap occurs when one gender is neglected in scientific research. It is mostly women who suffer disadvantages as a result. Crash test dummies are a well known example. They are used to research the effects of traffic accidents on the human body. The figures usually correspond in size and weight to an average, male adult body, to which the positions of the seat belts and airbags are then adjusted. – Bad for all those who are smaller, lighter or differently built on average. 

Hannah Cooke‘s carpet Snow Runner, on the other hand, shows how important it is to consider as many perspectives as possible in research. She refers to a study in Sweden that Caroline Criado-Perez cites in her book Invisible Women as one of many examples: As in most snow areas, the roads were cleared of snow first thing in the morning to allow commuting drivers (who are still predominantly men) to drive freely. On the other hand, the pavements, which are mainly used by those who take children to kindergarten or school or go shopping on foot (and these are still predominantly women), often remained icy until well into the morning. Reversing the order of snow shovelling shows that far fewer pedestrians had accidents, which has a positive longterm effect on health care.

Text by Dr. Nicole Grohte, Museum Ostwall, 2022


DE
Was ist ein Gender Data Gap? Ein Gender Data Gap entsteht, wenn bei wissenschaftlichen Untersuchungen ein Geschlecht vernachlässigt wird. Meistens sind dies Frauen, die dadurch Nachteile erleiden. Ein bekanntes Beispiel ist der Einsatz von Crash Test Dummies, mit denen die Auswirkungen von Verkehrsunfällen auf den menschlichen Körper erforscht werden. Die Figuren entsprechen in Größe und Gewicht meist einem durchschnittlichen, männlichen Erwachsenenkörper, an den dann die Positionen der Anschnallgurte und Airbags angepasst werden. – Schlecht für all jene, die durchschnittlich kleiner, leichter oder anders gebaut sind. 

Hannah Cookes Teppich Schneeläuferin zeigt hingegen, wie wichtig es ist, möglichst viele Perspektiven in Forschungen zu berücksichtigen. Sie bezieht sich dabei auf eine Untersuchung in Schweden, die Caroline Criado-Perez in ihrem Buch Unsichtbare Frauen als eines von vielen Beispielen nennt: Wie in den meisten Schneegebieten wurden auch hier morgens als erstes die Straßen vom Schnee befreit, um den berufspendelnden Autofahrer*innen (prozentual sind dies immer noch überwiegend Männer) freie Fahrt zu ermöglichen. Die Gehwege hingegen, die vor allem von jenen benutzt werden, die Kinder zum Kindergarten oder in die Schule bringen oder zu Fuß zum Einkaufen gehen (und dies sind nach wie vor überwiegend Frauen) blieben oft bis weit in den Vormittag vereist. Kehrt man die Reihenfolge des Schneeschippens um, so zeigt sich, dass weit weniger Fußgänger*innen verunglückten, was sich langfristig positiv auf das Gesundheitswesen auswirkt.

Text von Dr. Nicole Grohte, Museum Ostwall, 2022


supported by